Sachkundenachweis für Makler und Verwalter notwendig

5. September 2016

Über das Bundeskabinett wurden neue Zulassungsregeln erlassen, die für Immobilienmakler und für gewerbliche Verwalter gelten. So soll es zukünftig eine Erlaubnispflicht geben, die im § 34c der Gewerbeordnung festgehalten wird. In dieser Pflicht gibt es unter anderem Ausführungen zu einem Sachkundenachweis, der für Makler sowie gewerbliche Verwalter gelten soll. Das Vorhaben wurde vom Bundeswirtschaftsministerium auf den Weg gebracht und hat das Ziel, vor allem die Rechte der Verbraucher noch mehr zu stärken. Sie sollen auf diese Weise effektiv vor finanziellen Schäden, die ihnen sonst entstehen können, geschützt werden.

Die Unterschiede bei der Haftpflichtversicherung

Bereits im Jahr 2015 gab es einen ersten Referentenentwurf durch das BMWi, doch das geplante Gesetz bringt noch einige Unterschiede mit sich. Einer der wohl wichtigsten Unterschiede bezieht sich auf die berufliche Haftpflichtversicherung. So ist es notwendig, dass gewerbliche Immobilienverwalter in Zukunft eine Vermögensschadenshaftpflichtpolice vorweisen, damit sie überhaupt eine gewerbliche Erlaubnis erhalten. Für Immobilienmakler gilt dies allerdings nicht. Der Gesetzgeber sieht an dieser Stelle kein höheres Haftungsrisiko. Allerdings wird es beim Gesetz auch einige Ausnahmen geben. Wer seit mindestens sechs Jahren aktiv in seinem Beruf am Markt ist, der braucht den Sachkundenachweis nicht zu erbringen. Zudem gibt es die Ausnahme auch für Wohnungseigentümergesellschaften, wenn diese sich selbst verwalten.

Dauer bis zum Eintritt des Gesetzes

Bisher brauchen sich Verwalter und Immobilienmakler noch keine Gedanken machen, denn es gibt einen besonders langen Vorlauf. Zu dem Entwurf äußert sich Sigmar Gabriel (SPD). Der Bundeswirtschaftsminister weist darauf hin, dass die Regeln mehr Sicherheit für Verbraucher zu bieten haben. Gerade die Sachkunde ist ein wichtiger Punkt in diesem Bereich. Der Nationale Normenkontrollrat hat den ersten Entwurf gerügt und ihn als unnötig erachtet. Gerade aus diesem Grund sind die Neuigkeiten besonders gut. Das sieht auch Jürgen Michael Schick so, der als Präsident des Immobilienverbandes IVD agiert. Aber bei allen positiven Äußerungen sieht der IVD ein Problem darin, dass es keine Fixierung der Standards gibt. Möchten Immobilienmakler oder Verwalter selbst Mitglied im IVD werden, müssen sie Nachweise für die Sachkunde und die Versicherung vorlegen. Ebenfalls positiv geäußert hat sich der Dachverband Deutscher Immobilienverwalter. Dieser sieht den Beschluss als eine sehr gute Veränderung an und geht sogar davon aus, dass es nicht mehr lange dauert, bis das Gesetz vom Parlament bearbeitet wird. Allerdings wird es wohl noch einige Zeit dauern, bis es soweit ist. So ist davon auszugehen, dass die Verkündung zum Gesetz bereits Anfang des Jahres 2017 gemacht wird. In Kraft treten wird die Regelung aber vermutlich erst zum Ende des Jahres 2017. Nach der Verkündung erfolgt erst einmal eine Festlegung der Kriterien, die für einen Sachkundenachweis notwendig sind. Kunden können hohe finanzielle Schäden durch mangelhafte Beratung seitens nicht sachkundiger Makler oder Verwalter entstehen. Diesem Fall soll durch die neuen Zulassungsregeln vorgebeugt werden.