Hauskauf mit Hindernissen – warum Kredite immer schwerer zu bekommen sind

Nach wie vor sorgen die niedrigen Zinsen dafür, dass die Menschen sich schneller für den Hauskauf entscheiden. Doch ganz so einfach ist es heute dann doch nicht mehr, einen Kredit zu bekommen. Das liegt aber nicht nur an den, teilweise sehr hohen, Preisen für die Immobilien. Die Zinsen für Immobilienkredite sind gering. Wer Eigenkapital auf der Bank liegen hat und sich den Wunsch von Haus oder Wohnung erfüllen möchte, der muss inzwischen hart im Nehmen sein. Dennoch gibt es nach wie vor genug Käufer für die Immobilien. Ein Blick gerade in die Großstädte macht deutlich, wie stark die Preise tatsächlich angestiegen sind. Eigentumswohnungen, die früher deutlich günstiger im Kauf waren, steigen nun allein schon deshalb im Preis an, weil die Viertel an Attraktivität gewinnen. Das muss aber noch lange nicht heißen, dass die Wohnung an sich den Preis auch wirklich wert ist. Immer mehr Banken ziehen daher die Notbremse, bevor sie einen Kredit vergeben.

Keine Risiken für die Banken

Die Finanzkrise trägt einen nicht ganz unerheblichen Anteil daran, dass es Immobilienkäufer immer schwerer haben, einen Kredit zu bekommen. Die Anforderungen an die Banken sind seit der Krise deutlich gestiegen und daher gehen die Banken nur noch selten Risiken ein. Wann eine Immobilie ein Risiko darstellt, liegt da natürlich auch im Ermessen der Bank. Ein gutes Beispiel ist eine Eigentumswohnung in der Stadt. Liegt diese in einem beliebten Viertel, dann können 100 qm hier durchaus Preise in Höhe von rund 450.000 Euro erreichen. Wer nun ein Eigenkapital von 120.000 Euro mitbringt, der rechnet erst einmal nicht mit einer Absage durch die Bank. Liegt die Wohnung jedoch möglicherweise an einer Bahnstrecke oder an einer viel befahrenen Straße, kann das für die Bank bereits ein Risiko sein. Ein Grund, den Kredit abzulehnen. Die Banken selbst greifen damit den EU-Wohnimmobilienkreditrichtlinien vor. Diese besagen unter anderem, dass Risiken für die Käufer minimiert werden müssen.

Geld wird aus den Augen verloren

Der Wunsch nach Eigentum ist groß und für viele Interessenten bedeutet dies sogar, dass sie die Relation aus den Augen verlieren. Allein in Berlin haben sich die Preise für die Eigentumswohnungen innerhalb von einem Jahr um 15% erhöht. In Stuttgart war der Preisanstieg noch höher. Für die Käufer selbst scheint dies kein Problem zu sein. Sie sind bereit, auch die höheren Preise zu zahlen. Dabei wirkt es, als wäre es egal, ob sich das Geld selbst überhaupt durch Mieteinnahmen wieder in absehbarer Zeit einnehmen lässt. Im Vergleich zu den Mieterhöhungen liegen die Preise für den Kauf von Wohnungen und Häusern noch deutlich höher. Für die Banken ist dies Grund genug, die Vergabe von Krediten genau im Blick zu behalten. Wer nicht ausreichend Eigenkapital mitbringt, der hat schlechte Karten. Die Angst der Banken ist vor allem auch in den Fragen zu suchen, was mit dem Markt passiert, wenn neue Krisenzeiten eintreten? Die Preise für Immobilien werden dann deutlich fallen, die Zinsen für Kredite können dagegen steigen. Für viele Kreditnehmer würde dies einen finanziellen Ruin bedeuten, für die Banken kann dies ebenfalls zu Problemen führen.