Erneute Annäherung zwischen Verbänden und Umweltministerin in Sachen EnEV

7. Juli 2017

Nachdem die deutschen Immobilienwirtschaftsverbände das Bündnis für bezahlbares Wohnen und Bauen im November vergangenen Jahres aus Protest vor den strengen Klimaschutzauflagen verlassen haben, nehmen sie die Gespräche mit der Bau- und Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) nun wieder auf.

Verbände gegen eine Verschärfung der EnEV

In der Energiesparverordnung (EnEV) werden die energetischen Anforderungen an Gebäuden festgelegt. Wenn laut einem Gutachten in Zukunft der KfW-55-Standard als EnEV-Maßstab für Gebäude angesetzt werden würde, so würde dies höhere Kosten zur Folge haben. Dabei würden sich beim Hausbau die Fertigungskosten um 10 Prozent erhöhen und die Nutzungskosten würden pro Quadratmeter und Monat um etwa 1 Euro teurer werden. Im Vergleich zu anderen Branchen sei die Energieeinsparung im Gebäudebereich mit sehr viel höheren Kosten verbunden. Um eine Tonne CO2 einzusparen, habe die Industrie Kosten von nur etwa 5 bis 8 Euro, während im Gebäudesektor bis zu 1.100 pro Tonne fällig würden. Deutschland benötigt mehr bezahlbaren Wohnraum, allerdings lasse sich dieser Bedarf aufgrund der hohen Kosten nicht mit den sehr ambitionierten Klimaschutzzielen in Einklang bringen.

Suche nach einer gemeinsamen Richtung

In einer Rede während des BID-Empfangs beteuerte Hendricks, dass die Wirtschaftlichkeit im Bezug auf bezahlbares Wohnen bei der Energiesparverordnung nicht außer Acht gelassen werde. Wichtig sei es nun zusammen mit den Immobilienverbänden Lösungen zu finden, die sowohl “tragfähig”, als auch “pragmatisch” seien. Allerdings bleibt die Frage offen, wann das Bündnis für bezahlbares Bauen und Wohnen wieder seinen gewohnten Betrieb aufnehmen wird.