Die WEG-Reform ist in trockenen Tüchern

12. Oktober 2020

Nach dem Beschluss des Bundestags hat jetzt auch der Bundesrat der Reform des Wohnungseigentumsgesetzes (WEG) zugestimmt. Somit wird das neue WEG ab dem 01. Dezember 2020 gültig. 

Es gibt durch die neuen Regelungen der WEG-Reform zahlreiche Veränderungen für WEG-Verwalter und Wohnungseigentümer. Aufgrund der niedrigeren Zustimmungsquoren wird Eigentümern in Zukunft die Durchsetzung verschiedener Aspekte leichter gemacht. Dazu zählen beispielsweise Maßnahmen zur Barrierefreiheit oder zur energetischen Sanierung sowie die Installation von E-Ladestationen. Sofern die Verkündung dieses novellierten Wohnungseigentumsgesetzes noch in diesem Monat im Bundesgesetzblatt erfolgt, wird das Gesetz zum 01. Dezember 2020 in Kraft treten.

Sachkundenachweis für Verwalter

Ins neue Wohnungseigentumsgesetz wurde auch der Sachkundenachweis für Verwalter aufgenommen. Dies bedeutet, dass Wohnungseigentümer einen Zertifizierungsnachweis fordern können, sofern der Verwalter keine angemessene Ausbildung bzw. Qualifikation vorweisen kann. Dieser Nachweis kann jedoch erst ab Dezember 2022 verlangt werden und die Industrie- und Handelskammern sind dafür zuständig, die entsprechenden Prüfungen durchzuführen.

Zugleich bekommen Verwalter gegenüber Dritten mehr Rechte im Außenverhältnis, während es der Eigentümergemeinschaft möglich ist, im Innenverhältnis individuelle Vorschriften einzuführen. Der bislang gültige Pflichtenkatalog fällt weg.

Verwalter können einfacher abberufen werden

Fortan hat die Eigentümergemeinschaft die Möglichkeit, den Verwalter abzuberufen, ohne dass hierfür ein wichtiger Grund vorhanden sein muss. Die Abberufung muss innerhalb von sechs Monaten erfolgen und der Verwalter hat nur Anspruch auf Weitervergütung innerhalb dieses Zeitraums.