Die richtige Kalkulation beim Grundstück kaufen

17. September 2015

Der Bau eines eigenen Hauses ist für viele Menschen ganz besonders erstrebenswert. Günstige Zinsen bei der Baufinanzierung sorgen dafür, dass das Interesse am Hausbau stetig ansteigt. Doch bevor das Haus geplant und gebaut werden kann, wird erst einmal ein Grundstück benötigt. Auch wenn ein Grundstück kaufen nicht so viel Aufwand wie der Bau eines Hauses ist, ist hier eine gute Kalkulation dennoch wichtig. Die Grundstückspreise sind derzeit attraktiv und der Hausbau rückt in greifbare Nähe, wenn erst einmal das Baugrundstück gekauft ist. Allerdings sollten Interessent wissen, dass die Kalkulation für Baugrundstücke nicht nur den Kaufpreis enthält. Wer Bauland kaufen möchte, der muss mit verschiedenen Kosten rechnen. Grundstücke werden meist mit der Angabe zu einer ungefähren Größe angeboten. Dennoch muss das Bauland nach dem Kauf noch einmal vermessen werden. Hier ist mit einem Kostenpunkt von durchschnittlich 1.000 Euro zu rechnen. Neben den Vermessungskosten sind auch die folgenden Posten noch zu erwarten:
  1. Bodengutachten
Egal ob Sie Ackerland kaufen oder direkt in ausgewiesenes Bauland investieren: ein Bodengutachten muss sein. Es liefert alle wichtigen Rahmenbedingungen für den Bau. Hier werden der geologische Bodenaufbau, die Nutzungsgeschichte sowie der Grundwasserspiegel und der Schadstoffgehalt geprüft.
  1. Grunderwerbsteuer
Die Grunderwerbsteuer fällt immer dann an, wenn unbebaute oder bebaute Grundstücke gekauft werden. Auch wenn Sie ein Waldgrundstück kaufen, müssen Sie mit diesem Posten rechnen. Der Steuersatz selbst ist abhängig vom Bundesland, in dem sich der Baugrund befindet. Er liegt zwischen 3,5 und 5,0% des Kaufpreises. Die Grunderwerbsteuer für Bauland ist deutlich günstiger als beim Kauf von einem Grundstück mit Haus. Sie wird auf den Gesamtpreis erhoben. Wird später auf dem Baugrund gebaut, ist sie kein weiteres Mal fällig.
  1. Grundbucheintragung und Notarkosten
Rund 1,5% des Kaufpreises sollten noch einmal mit einberechnet werden. Dies sind die Kosten, die für das Gericht bzw. das Grundbuchamt und den Notar anfallen. Das Grundbuchamt ist für die Grundbucheintragung zuständig. Der Notar bietet eine Grundbucheinsicht, Unterstützung beim Vertrag sowie eine Rechtsberatung an.
  1. Gebühren für den Makler
Ein Baugrundstück kaufen kann durchaus auch mit einem Makler durchgeführt werden. Vor allem in Gegenden, wo die Suche nach einem passenden Grundstück nicht ganz so einfach ist, bietet ein Makler die richtige Unterstützung. Die Kosten für die Maklercourtage schlagen durchschnittlich mit bis zu 6% zu Buche.
  1. Genehmigungsgebühren
Eintragungen von Baulasten ins Baulastenverzeichnis, Löschungen von Baulasten oder auch Grundstücksteilungen sind ein weiterer Posten bei der Kalkulation beim Grundstück kaufen. Die Höhe wird durch die örtliche Bauaufsichtsbehörde festgelegt.
  1. Gutachten und Wertermittlungen
Öffentlich bestellte Sachverständige sowie Gutachterausschüsse oder Architekten kümmern sich um Gutachten und Wertermittlungen von bebauten und unbebauten Grundstücken. Die Kosten hierfür sind abhängig von den Honorarordnungen. Der Vorteil bei der Unterstützung durch einen Makler: Meist sind die Gebühren für Gutachten oder Wertermittlungen bei der Courtage schon mit enthalten.
  1. Altlasten entfernen
Wenn das Grundstück über Altlasten oder eine starke Vegetation verfügt, dann kann hier ein Abbruch oder eine Entfernung von Bäumen notwendig sein. Je nach Umfang fallen hier Kosten in einer Höhe von bis zu 10.000 Euro im Durchschnitt an. Wer ein Grundstück kaufen möchte, der sollte zum Grundstückspreis selbst noch Mehrkosten in Höhe von 10 – 20% einberechnen.